Kategorien &
Plattformen

Die Kunst, den Glauben nicht zu verlieren

Die Kunst, den Glauben nicht zu verlieren
Die Kunst, den Glauben nicht zu verlieren
© Simon Schade

10 Jahre DJK IHS Crusaders Kronberg eV.-

Ein Jubiläum in einer außergewöhnlichen Zeit und eine Geschichte, in der viele Klippen zu umschiffen und Herausforderungen zu meistern waren.

Pfarrer Simon Schade erzählt über eine ganz besondere Dekade in einem ganz besonderen Verein.

 

„Wenn ich damals gewusst hätte, wie viel Arbeit da auf uns zukommt, dann hätte ich vielleicht nicht so schnell zu allem Ja und Amen gesagt“, erzählt Pfarrer Simon Schade (40) schmunzelnd, fügt dann jedoch mit Bestimmtheit hinzu: "Im Endeffekt würde ich es noch einmal machen, es hat sich wirklich gelohnt.“

 

Vor zwölf Jahren tritt er seine erste Stelle als Kaplan in Kronberg an und wird gleich in der Sakristei in Sankt Alban von hockeybegeisterten Jugendlichen angesprochen: „Du spielst doch auch Eishockey, wollen wir nicht mal in Oberhöchstadt zusammen zocken?“ Wenige Tage danach stehen sieben Leute in noch sehr zusammengestückelter Ausrüstung auf Rollen und spielen auf ausgediente Minifußballtore.

 

„Inlinehockey ist wie Eishockey, nur auf Rollen“, erklärt Schade und strahlt dabei, wenn er von seiner Sportart berichtet. „Uns war damals sehr schnell klar, dass da mehr drin ist, als nur locker miteinander mit ein paar Pucks (oder anfangs noch Bällen) herumzuspielen.“ So entsteht die Idee, einen Verein zu gründen, um am richtigen Spielbetrieb teilzunehmen und für die Kinder und Jugendlichen mit gutem Training und gutem Zusammenhalt einen festen Rahmen anzubieten. Aus dieser Idee heraus kamen die Crusaders ins Leben – den Namen haben die Jugendlichen selbst gewählt, weil sie zum einen immer in Rüstung trainieren müssen, zum anderen aber auch ritterliche Werte wie Fair Play und Durchhaltevermögen in den Sport bringen wollen.

Die braucht der junge Verein auch - einige Rückschläge und Enttäuschungen gibt es einzustecken: So will die Stadt Kronberg einen Container stiften, der vor der Übergabe von Vandalen in Brand gesetzt wird. Zwischenzeitlich machen unglaubliche Zusatzauflagen der Versicherung den Trainingsbetrieb unmöglich.

 

Und obwohl die Stadt Kronberg den Grundstücksnachbarn die Sportanlage quasi mit ins Grundbuch geschrieben hat, beschäftigen jahrelang juristische Auseinandersetzungen um Sportlärm den Vorstand. Auch das Damoklesschwert, dass der Platz in Oberhöchstadt irgendwann für Wohnbebauung genutzt werden soll, bereitet Vorstand und Pfarrer Schade seit langem große Sorgen.

 

Selbst der von den Crusaders komplett selbst finanzierte und in unzähligen Arbeitsstunden ausgeführte Umbau der Rollschuhbahn, um sie für Inlinehockey-Spiele tauglicher wie auch für die Kronberger Öffentlichkeit sicherer zu machen, hat der Begeisterung keinen Abbruch getan, vielmehr den Verein und die Spieler erst recht zusammengeschweißt.

 

Dazu meint Pfarrer Schade: „Wir haben viele schwierige Situationen überstanden. Aber mit unserem ungewöhnlichen Konzept haben wir auch viele gute Freunde und Förderer gefunden und immer Rückendeckung gehabt. Als der Container ausgebrannt ist, als wir den Platz umgestaltet haben – wir konnten uns immer auf viele Unterstützer verlassen, von der Linsenhoff-Stiftung und die Mainova-AG über die Rotarier bis hin zur Stadt Kronberg.“

 

Und natürlich ist der Verein gut in der katholischen Welt des Hochtaunus verwurzelt: Die Buchstaben DJK – Deutsche Jugendkraft – stehen für den bundesweiten katholischen Sportverband, der von der Satzungsgestaltung bis zu Übungsleiterschulungen den Verein von Anfang an begleitet und ihm Hilfestellung gegeben hat. Umgekehrt sind auch die Trikots und Banner der Crusaders bei kirchlichen Veranstaltungen in der Stadt oft mit dabei und legen so Zeugnis ab von dieser fruchtbaren Verbindung.

 

Mittlerweile hat der am 7. Oktober 2010 im Bischof-Münch-Haus gegründete Verein über 100 Mitglieder. Die Kinder und Jugendlichen spielen in der höchsten Spielklasse, der Bundesliga, und konnten unter den Top 3 der Mannschaften abschließen. Die Herrenmannschaft spielt seit Jahren im Ligabetrieb. Solche Erfolge machen trotz aller Sorgen einen mutigen Blick nach vorne möglich. Außerdem bereichern zwei kleine Abteilungen für Tanzen und Nordic Walking das Vereinsprogramm.

 

Der einstige Kaplan ist längst weitergezogen und als Pfarrer in Dillenburg gelandet. Aber immer noch kommt er regelmäßig zumTraining in den Taunus.

„Eigentlich wäre es jetzt an der Zeit, all das, was wir erreicht haben, groß zu feiern", sagt Schade, "doch Corona macht uns da einen Strich durch die Rechnung. Aber hey, das kennen wir doch aus unserer Vereinsgeschichte. So wie wir bisher Probleme gelöst und Hindernisse überwunden haben und dadurch nur stärker geworden sind, lassen wir  uns auch in Zukunft nicht unterkriegen, weder von Corona ((kein Komma)) noch von der ungesicherten Zukunft unseres Hockeyplatzes noch von welcher Krise auch immer.“ Er ist sichtlich stolz auf die Crusaders: „Mittlerweile führen andere den Verein, leiten andere das Training, sind andere Menschen im Verein und als Sportler aktiv – mein Kind steht gut und fest auf eigenen Beinen“ sagt er anerkennend in Richtung des derzeitigen Vorstandes und - stößt an: „Auf die nächsten 10 bis 100 Jahre – Alles Gute und Gottes Segen!“

Wenn Sie Interesse an der Arbeit des Vereins haben, selbst dem Puck auf Inlinern hinterherjagen wollen, den Verein unterstützen möchten (oder zufällig ein Grundstück für einen neuen  großen Hockeyplatz im Taunus haben), wenden Sie sich an den Vorstand des Vereins unter info@bistumcrusaders-kronberglimburg.de oder an Pfarrer Simon Schade unter simonandreasschade@bistumgmaillimburg.com oder 0152-28632125. Das Training wird für Jungen und Mädchen ab einem Alter von 5 Jahren das ganze Jahr über angeboten.

 

Bilder von privat

© Simon Schade

Cookie Einstellungen

Statistik-Cookies dienen der Anaylse, indem Informationen anonymisiert gesammelt werden.

Anbieter:

Google Ireland Limited

Datenschutz

Bistum Limburg

Datenschutz