11.06.2014

Inklusive Wettkämpfe: Für die DJK der Weg in die Zukunft

17. DJK-Bundessportfest vom 6. bis 9. Juni in Mainz

Mainz (09.06.2014). Mit einem klaren „Ja zur Inklusion“ endete am Montag das 17. DJK-Bundesportfest in Mainz. Vier Tage lang feierten die rund 5.000 Teilnehmer des DJK-Sportverbandes ein Fest, wie es der katholische Sportverband bei seinen nationalen DJK-Titelkämpfen noch nicht gesehen hatte.

GeMAINZam BeGEISTern  war das richtige Motto, weil ich das als Ergebnis dieses DJK-Bundessportfestes sehe“, sagte DJK-Präsident Volker Monnerjahn in Hinblick auf die inklusive Ausrichtung der Meisterschaften. „Wir haben uns in ein neues Feld begeben, die Kooperation mit den Behindertensportverbänden gewagt und gemeinsam einen Weg in die Zukunft aufgezeigt.“

19 Sportarten standen bei den Meisterschaften, die im olympischen Rhythmus ausgetragen werden, auf dem Programm und viele von ihnen boten gemeinsame Wettbewerbe für behinderte und nicht behinderte Athleten an. Wenn ein direkter Vergleich nicht möglich war, wurde die Meisterschaft der Menschen mit Handicap in den Zeitplan der Teilnehmer ohne Handicap integriert. Daneben gab es inklusive Demonstrationswettbewerbe sowie inklusive Breitensportangebote für Besucher der Veranstaltung.

Auch für Wolfgang Gondolf, den Vorsitzenden des ausrichtenden DJK-Diözesanverbandes Mainz, war das Thema Inklusion beim DJK-Bundessportfest perfekt platziert: „Ich habe mir selbst einen Eindruck von den inklusiven Wettbewerben verschafft und war schlichtweg begeistert.“ Überraschend für viele Teilnehmer und Gäste der Veranstaltung war die Tatsache, dass Tischtennis beim DJK-Bundessportfest schon immer inklusiv stattgefunden hat, ohne dass dies besonders ausgeschrieben war. Die Regeln im Tischtennissport lassen dies zu und so nahmen die Handicap-Tischtennisspieler Matthias Grünebach (DJK Herdorf) und Jörg Schneider (DJK Zeilsheim) nicht zum ersten Mal am DJK-Bundessportfest teil. Bei aller Freude über die inklusive Ausrichtung fanden sie den Hype um sie selbst sowie um die Rollstuhl-Tischtennisspielerin Laurence Taburet (DJK Zeilsheim) eher etwas befremdlich. Aufklärungsbedarf beim Thema Inklusion, das machte Mainz deutlich, haben vor allem die Menschen ohne Behinderung.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann und DOSB-Vizepräsidentin Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper machten sich über Pfingsten ein persönliches Bild von den Wettbewerben des DJK-Sportverbandes, der nach dem Pilotprojekt 2010 in Krefeld den inklusiven Weg weitergegangen ist und innerhalb des eigenen Verbandes auslotet, wie man die UN-Konvention zur gleichberechtigten Teilhabe im Sport umsetzen kann. „Mainz inklusiv“ konnte nur durch die enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Behindertensportverband, Special Olympics Deutschland und dem Deutschen Gehörlosen-Sportverband realisiert werden. Die gemeinsame Vorbereitung auf das 17. DJK-Bundessportfest führte schließlich zur „Mainzer Erklärung“, in der sich die kooperierenden Verbände verpflichten, gemeinsam für Inklusion im Sport einzutreten.

Sportliche Höhepunkte gab es in der Leichtathletik, zum Beispiel in den Sprintdisziplinen. Bei den Männern U 20 gewann die 4x100 m-Staffel der LG DJK Erbach-SG St. Ingbert in 44,29 sek vor dem Quartett der Gehörlosennationalmannschaft (45,13 sek). Im Handball freute sich der Ausrichter über den Sieg des Drittligisten Bretzenheim bei den Frauen. Bei den Männern gewann die HSG Nordsaar (Oberliga). Die DJK Blau Weiß Münster b. Dieburg, Heimatverein von Bundestrainer Jörg Roßkopf, holte im Tischtennis gleich mehrere Goldmedaillen, unter anderem im Herren Einzel mit Tobias Beck (ehem. Bundestrainer der Frauen) und im Frauen Einzel mit Bianca Wilferth (2. Bundesliga Saison 2013/14).

Eine starke Leistung zeigte der Aschaffenburger Judoka Tom Junker in der Klasse bis 73 kg: Er gewann sowohl bei der U 21 als auch bei den Männern.

Sportliche Höchstleistungen auf nationalem Niveau gibt es selten bei den DJK-Bundessportfesten. Sie waren aber noch nie das vorrangige Ziel dieser verbandseigenen Meisterschaften. Der DJK-Sportverband hat einige Teams in den Bundesligen (z.B. Tischtennis, Handball, Volleyball); in einigen Sportarten, zum Beispiel der Leichtathletik, gibt es viele Talente im Juniorenbereich, die bereits für die DLV-Auswahl gestartet sind. Der Anspruch der DJK-Meisterschaften ist vielmehr ein anderer: Neben dem Kampf um die Medaillen geht es auch um das Erleben der großen DJK-Familie und um die Philosophie des christlichen DJK-Sportverbandes, der sich dem „Sport um der Menschen willen“ verschrieben hat. Auch deshalb gehörten der traditionelle Pfingstgottesdienst  - diesmal mit Karl Kardinal Lehmann im Mainzer Dom ? sowie ein Open Air auf dem Domplatz am Sonntagabend zum 17. DJK-Bundessportfest dazu. Mit der inklusiven Ausrichtung dieser Meisterschaften hat der DJK-Sportverband sein Profil als werteorientierter Sportverband weiter geschärft.


Weitere Informationen zum DJK-Bundessportfest mit den ersten Ergebnissen online auf <link http: www.djk-bundessportfest.de>www.djk-bundessportfest.de

                                                                                                                    

Verantwortlich für den Inhalt:
Jutta Bouschen

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Fotos: Joachim Sattler

                                                                              

Herausgeber:
DJK-Sportverband, Bundesgeschäftsstelle

 

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